We are suing the city of Munich
und du bist mit am Start
Oh Mann. Es passiert wirklich jeden Tag irgendwas Neues, Absurdes. Diesmal hat sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter etwas geleistet, das nicht nach „kleinem Ausrutscher“, sondern nach Vollbremsung in Hinblick auf Rechtsstaat und Gesundheitsschutz aussieht.

Statt den Luftreinhalteplan ernst zu nehmen, lässt er an der Landshuter Allee die Tempo-30-Schilder einfach wieder abbauen – eigenmächtig, ohne Stadtratsbeschluss, ohne den Plan zu ändern. Tempo 50, mitten auf dem Mittleren Ring, wieder frei. Und das, obwohl Tempo 30 dort die Stickstoffdioxidbelastung deutlich verringert hat. 1 Wir verklagen die Stadt München für die saubere Luft und den Erhalt von Tempo 30 – Spendenmail der Deutschen Umwelthilfe 🌐 https://mailer.duh.de/w/7nCY763SwlTHd2Cbyu8zjhyQ/QZCL9OhNu9K763yv8lC8sDiw/RqIOaZl7Stickstoffdioxidbelastung 63cJKgGMA9bVA3xQ
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nennt das, freundlich formuliert, ein Wahlkampfmanöver gegen Recht und Gesetz – und zieht jetzt vor Gericht. Im Eilverfahren. Gegen die Stadt München. Für saubere Luft. Für Tempo 30. Und dafür braucht sie unsere Unterstützung.

Worum es juristisch geht
Die Kurzfassung
- Tempo 30 an der Landshuter Allee ist nicht „nice to have“, sondern Teil einer gerichtlich erzwungenen Luftreinhaltemaßnahme.
- Die DUH hat jahrelang prozessiert, damit München überhaupt ernsthaft etwas gegen Diesel-Abgase und NO₂ unternimmt.
- Jetzt hat Reiter persönlich die Demontage der Schilder angeordnet – obwohl die zugrunde liegenden Gutachten gerade der Grund waren, warum Tempo 30 eingeführt wurde. Ein „neues“ Gutachten, auf das er sich beruft, existiert laut Stadtverwaltung gar nicht. Das finde ich heftig.
- Nun kann man zu Tempo 30 stehen, wie man mag. Aber Lügenmärchen über nicht existierende Gutachten erzählen, wirklich jetzt?
Die DUH hat deshalb zwei Klagen beim Verwaltungsgericht München eingereicht: In einer Klage tritt sie selbst als Klägerin auf, in der anderen unterstützt sie zwei direkt betroffene Anwohner*innen der Landshuter Allee, die jeden Tag über 100.000 Autos vor der Haustür haben.

Es geht um Menschenleben
nicht um Befindlichkeiten
The Europäische Umweltagentur schätzt, dass in München jedes Jahr Hunderte Menschen vorzeitig an den Folgen von NO₂ und Feinstaub sterben. Allein durch NO₂-Belastung sind es rund 655 vorzeitige Todesfälle jährlich, durch Feinstaub noch einmal etwa 1.264. Diese Zahlen haben mich offen gestanden überrascht, schockiert, dass man das überhaupt so genau sagen kann. Beileid an die Angehörigen. Ja, krass.
Die Messstation München-Landshuter Allee hält seit Jahren Negativrekorde bei der NO₂-Belastung. Und während die Weltgesundheitsorganisation schon ab 10 µg/m³ vor Gesundheitsschäden warnt, liegt München nach Angaben der DUH immer noch bei 38 µg/m³ – also fast viermal so hoch wie der Wert, bei dem Schäden nachweislich auftreten.
Tempo 30 war hier keine Symbolpolitik, sondern eine konkrete Antwort: weniger NO₂, weniger Lärm, weniger Stress für Herz, Lunge und Nervensystem – und mehr Lebensqualität für Menschen, die sich ihre Adresse am Mittleren Ring nicht „als Lifestyle“ ausgesucht haben, sondern häufig aus finanziellen Zwängen dort wohnen müssen.

Was Tempo 30 mit
Klima, Tieren und Stadtleben zu tun hat
Wenn wir über Tempo 30 reden, reden wir automatisch auch über Klima- und Artenschutz: Weniger Tempo heißt oft weniger Beschleunigen und Bremsen, weniger Verbrauch, weniger CO₂ – und damit weniger Druck auf ohnehin gestresste Ökosysteme.
Für Tiere ist der Mittlere Ring eine Lärmwand: Vögel, Fledermäuse, Insekten und Kleinsäuger leiden unter Dauerlärm, Lichtverschmutzung und Abgasen. Jede Maßnahme, die Lärm und Emissionen reduziert – wie Tempo 30 – hilft nicht nur Menschen, sondern auch der urbanen Biodiversität, die ohnehin an allen Ecken unter Druck steht.
Warum ich den Spendenaufruf teile
Normalerweise schreibe ich lange, quellengesättigte Artikel, die man mit einem Kaffee (oder zwei) liest. Heute ist das anders: Der Schwerpunkt liegt auf dem Spendenaufruf. Die DUH ist in München gerade die Brandmauer zwischen einem willkürlich agierenden Oberbürgermeister und den Menschen, die jeden Tag die Abgase ausbaden müssen.
Klagen im Eilverfahren sind teuer, und die Umwelthilfe finanziert sich zu einem großen Teil aus Spenden. Wenn wir wollen, dass jemand für uns den Rechtsstaat gegen die Auto-Lobby verteidigt, dann müssen wir genau diese Leute stärken.
Was du jetzt konkret tun kannst
• Wenn du finanziell kannst: Spende an die Deutsche Umwelthilfe mit dem Stichwort „München Tempo 30“. 🌐 https://www.duh.de/spenden/aktion-muenchen-tempo-30-012026-einzelspende/?&wc=NL_DSB_445_260123_b
2 Spendenaufruf der Deutschen Umwelthilfe – München Tempo 30 🌐 https://mailer.duh.de/w/7nCY763SwlTHd2Cbyu8zjhyQ/QZCL9OhNu9K763yv8lC8sDiw/RqIOaZl763cJKgGMA9bVA3xQ 3 Ja, ich spende für den Erhalt von Tempo 30 auf der Landshuter Allee 🌐 https://www.duh.de/spenden/aktion-muenchen-tempo-30-012026-einzelspende/?&wc=NL_DSB_445_260123_b
• Wenn du in München wohnst: Sprich mit Freund:innen, Kolleg:innen, Nachbar:innen – an der Landshuter Allee hängt eure Lebenszeit in der Luft.
• Wenn du „nur“ online bist: Teile der Kampagne, verlinke auf die DUH-Infos und mach sichtbar, dass es hier nicht um ein paar Minuten Fahrzeit geht, sondern um Gesundheit, Klima und Gerechtigkeit.


