Teil 2 – Ignoranz
Teil 3 – Faulheit (ab übermorgen hier)

Schon wieder eine Ironie des Schicksals, dass ich mir gestern – edit heute: vorgestern – ausgerechnet dieses Thema rausgesucht habe. Die Dokumentation eines typischen Tages mit einer Pflegerin, die ganz offensichtlich einfach nicht arbeiten will. Ironie deshalb, weil sie eigentlich nur das tut, was ihr von ihren Kolleg*innen vorgelebt wird. Ich sage das deshalb so deutlich plakativ, weil ich genau das für ein ganz großes Problem in der Pflege halte. Faulheit. Gleichgültigkeit. Ignoranz.

Ich sage an der Stelle mal wieder, dass ich niemanden anfeinden möchte. Ich bin auch der letzte, der in irgendeiner Form „rassistisch“ wäre. Das Wort als solches ist schon falsch. Wenn überhaupt, nein, falls überhaupt, dann wäre ich ein Populationist. Oder, fände ich auch irgendwie nice, nicht nur Artist sondern auch Unterartist. Aber die Wahrheit ist, dass man die Anfeindung gegen eine Gruppe von Menschen aufgrund deren geografischer und/oder ideologischer Herkunft bei mir nicht finden wird, weil mir Menschen dafür zu wenig bedeuten. Vielleicht dumme Menschen, die zu faul sind, sich Gedanken über sich selbst, ihre Umwelt und die Auswirkungen ihres Handelns darauf zu machen, die gehen mir auf den Sack. Ja. Das wars dann aber auch schon.

So. Nachdem ich das gesagt habe, kann ich ja schamlos lästern. Zwinkersmiley. Wie gesagt, nur meine Meinung.

Deutschland, wir haben ein Problem. Ein großes. Was hast du nur getan? Wie konntest du nur einen ganzen, so unendlich wichtigen Berufszweig verhungern lassen? Ich kenne persönlich Deutsche, die für den gesetzlichen Mindestlohn in der Pflege arbeiten. Was hat man während der Pandemie nicht alles versprochen. Mehr Anerkennung, mehr Geld, weniger Überstunden. Und der Plan, wie das erreicht werden soll, sieht nochmal wie genau aus?

Es tut mir leid, das ist jetzt meine unpopuläre und völlig unwissenschaftliche Meinung: Deutschland wurde und wird geflutet von Jugos, die leider größtenteils stinkfaul sind. Der einzige Grund dafür, dass sie komplette Narrenfreiheit haben, ist, weil den Job keiner mehr machen will. Der Deutsche kassiert lieber Arbeitslosengeld oder wie das heißt, als zu diesen Bedingungen in der Pflege zu arbeiten. Aber für den, der zu Hause nur zweihundert Euro verdienen würde, ist das hier noch interessant. Ganz besonders in der außerklinischen Intensivpflege, wo man die meisten der knapp zweihundert freien Tage „daheim“ verbringt.

Und mit Narrenfreiheit, ja, das meine ich tatsächlich so. Es ist wirklich traurig, aber das ist so. Es werden Leute, die noch nie in der häuslichen Pflege gearbeitet haben, die keine entsprechende Ausbildung vorweisen können, die noch nie eine Beatmung bedient haben, zu mir geschickt und die Geschäftsführung verteidigt das mit den Worten, jeder müsse es irgendwann lernen. Da gibts mal überhaupt keine Einsicht, nur Gleichgültigkeit auf allen Seiten (nachzulesen hier). Oder wirf ein Blick in meine Hit-Listen (nachzulesen hier). Ich mein sorry, das doch nicht normal. Keiner meiner eigenen Angestellten käme im Traum darauf, sich so etwas zu erlauben. Die könnten froh sein, wenn sie „nur“ ihren Job verlieren würden und ich nicht gleich eine Anzeige wegen Körperverletzung und eine zivilrechtliche Klage wegen Rufschädigung hinterherschiebe. Aber in der heutigen Pflege? Bei drei Pflegediensten, überall das Gleiche. Wie sind eure Erfahrungen in der Außerklinischen?

Kannst mir ja was in die Kommentare schreiben. Ich bereite mal die nächste Schimpftirade für morgen vor. Das war noch nicht alles.

Weiterlesen… (ab morgen hier)