Gute Nacht liebes Tagebuch,

gute Nacht und danke fürs Gespräch. So nah beieinander liegen sie, Lob und Tadel. Alles auf Anfang. Einziger Unterschied zu vor zwei Wochen? Heute weiß ich, dass meine Pfleger*innen das hier lesen. Und es ist mir egal. Ich erwarte nicht, dass man mich mag. Ich sagte es bereits. Satt, sauber und schmerzfrei ist mein Anspruch.

Ich finde mich für den Moment damit ab, dass ich seit heute Mittag bis zum Nacken im Sabber liege und mein Gesicht trotzdem nicht ein einziges Mal gewischt wurde, weil ich nichts gesagt habe. Ich finde mich damit ab, dass Nase, Augen, Wange und Ohr schmerzen, weil ich nach dem fünften Hinterherrufen „nein, passt nicht“ die Willenskraft verlor. Ich finde mich damit ab, dass ich länger zum Starten der Sprachausgabe meiner Augensteuerung brache (ca. 4-6 Sekunden), als dass man bei mir bleiben würde, um ernsthaft eine Antwort zu erwarten. Und ich finde mich damit ab, dass diese meine Worte werden überraschen, weil ich hätte was sagen sollen.

Nein, hätte ich nicht. Aber ich finde mich damit ab.

Was eine Ironie, dass sich PDL und GF angekündigt haben. Ihnen wurde – ich darf zitieren – mitgeteilt, dass noch Optimierungsbedarf bestünde. Na dann.

Gute Nacht. Gehabts euch wohl und bleibts gsund. Ich bin raus.