Schön, dass du noch an Bord bist. Als Belohnung gibt es jetzt auch den nächsten Teil meines Widerspruchs. Und noch einen weiteren gleich dazu.

Was die gute Gutachterin da von sich gibt ist fachlich so extrem falsch, ich kann nicht umhin. Ich muss einfach bissl klugscheißen, worum es hier geht. Es handelt sich dabei um ein so sehr relevantes Merkmal, dass eine falsche Einschätzung weitreichende Konsequenzen für das gesamte Gutachten zur Folge hat. Aus diesem Grund stelle ich die Fachkompetenz der Gutachterin unter Generalverdacht.

Es folgt eine Erläuterung dessen, was ich nun eigentlich konkret moniere. Auch hier ganz wichtig, nicht einfach Behauptungen in den Raum stellen, sondern beweisen. Ich möchte ja niemanden bloßstellen oder gar beleidigen. Ich gebe hier zunächst einmal nur wieder, was mir die Gutachterin an den Kopf geworfen hat. Belegen kann ich das mit einer Zeugenaussage.

Jede mögliche Gegenwehr im Keim ersticken, eine meiner Lieblingsdisziplinen. Ich habe aufgehört, zu zählen, wie oft man mir sagte

„Du hättest was sagen müssen.“

Nein. Hätte ich eben nicht. Es ist nicht meine Aufgabe, unqualifizierten und oder ignoranten Zeitgenossen deren Job zu erklären. Eine Gutachterin, die für den MDK meine ALS bewertet, muss ein im Mindesten grundlegendes Verständnis von ALS haben. Das Krankheitsbild muss ich ihr nicht erklären. Genauso wenig muss ich meinen Pfleger*Innen nach einem geschlagenen Jahr nicht mehr erklären, in welcher Position ich Luft bekomme und wie nicht. Das ist nicht mein fucking job.

Es folgt wie immer wichtigste Teil. Der Beweis meiner Behauptungen. Da liefert mir der MDK auch eine Steilvorlage nach der anderen. Da wird nämlich, so habe ich zumindest den Eindruck, prinzipiell nichts belegt. Die Aussage des Gutachtens steht für sich. Das Gutachten ist Maß aller Dinge. Leider wahrhaftig.

Das Gutachten entscheidet über meine Bedürftigkeit, gepflegt zu werden. Und Pflege kostet. Ob es um die Krankenpflege geht, um steuerliche Erleichterungen oder einfach nur um etwas so Banales, wie die Erlaubnis, als Rollstuhlfahrer auf Behindertenstellplätzen stehen zu dürfen. Alles beruht auf dieser einen Einschätzung des MDK.

Das tolle daran ist, dass der MDK wie gesagt nicht begründet, belegt oder beweist. Sondern nur behauptet und meint. Wer mich kennt weiß, wie fuchsteufelswild es mich macht, wenn jemand den Unterschied zwischen einer Meinung und Wissen nicht kennt. Demzufolge ist mein Beweis entsprechend kurz und umfangreich zugleich. Sozusagen getreu dem Motto, wenn du es nicht weißt, dann lies es nach.

In der Anlage K 2 baller ich dem MDK dann eine zweistellige Anzahl an DIN A4 Seiten vor den Latz. Von Info-Flyern der DGM´(Deutsche Gesellschaft für Muskelerkrankungen), die allgemein das Gegenteil der Aussage der Gutachterin behaupten, bis hin zu persönlichen Arztbriefen, die selbiges für die causa Paddy im Speziellen bestätigen.

Es folgen ein paar Kleinigkeiten, die einzeln und nur für sich betrachtet vielleicht nicht der Rede sein mögen. In der Gesamtheit aber wertet jeder weitere Fehler im Gutachten meinen Widerspruch auf. Also werde ich nichts unerwähnt lassen. Hier geht es weiter. Und zwar ausnahmsweise schon heute Mittag.

Dieser Beitrag wird in Bälde überarbeitet. Muss nur Schlafen, weil in acht Stunden der MDK bei mir ist und außerdem mein Gesicht von der Maske schmerzt.