Dieser Artikel ist Teil einer Beitragsreihe.
Lagerung? Mikro-Lagerung, Bobath, Dekubitusprophylaxe. Klingelt da was? Nein? Alles Fremdworte offensichtlich.
Das hier ist mal wieder ein Beitrag, bei dem ich mich in dem Moment, wo ich am Schreiben bin, selbst frage, ob denn das alles sein kann. Zwei Pfleger habe ich schon rausgeschmissen In den vergangenen acht Monaten, weil sie es vorgezogen haben selbst im Dienst zu schlafen und meine Rufe zu ignorieren anstatt mich nachts zu lagern oder für mich da zu sein. Der Vollständigkeit halber sei noch ein Dritter erwähnt, der mein Team aus anderen Gründen verlassen musste (ausschlaggebend war, mich zu verletzen sowie zwei Stunden nackt und nass im Bett liegen zu lassen, was mir die erste Blasenentzündung meines Lebens beschert hat).
Eigentlich ist die Dekubitusprophylaxe bei mir eh ein Luxusproblem für Pflegekräfte. Schon lange vor meiner Erkrankung habe ich mein Hirn darauf konditioniert, sich an den Rhytmus der Remschlafphasen zu halten. Soll heißen, ich schlafe innerhalb weniger Minuten ein und lasse mich bewusst sofort in den Tiefschlaf fallen. Ich träume entsprechend viel und habe einen ungewöhnlich erholsamen Schlaf. Nach 80-90 Minuten wache ich zuverlässiger auf als meine PflegerInnen. Dann legt man mich auf die jeweils andere Seite und wenn man sich dabei halbwegs Mühe gibt, hat man weitere 80-90 Minuten Ruhe vor mir.
Sollte ich früher aufwachen, liegt das in 9 von 10 Fällen an schlechter Lagerung. Was soll ich deiner Meinung nach denn machen, wenn ich mit Schmerzen aufwache? Warten, bis du deinen Rausch oder was auch immer ausgeschlafen hast? Mit Sicherheit nicht.
Leider kommt es nach wie vor regelmäßig dazu, dass ich nicht gelagert werde. Sei es wegen Überarbeitung, eigner gesundheitlicher oder privater Probleme, Dummheit oder einfach nur Faulheit. Interessiert mich nicht mehr. Entweder ihr bekommt das künftig zuverlässig hin oder wir brauchen Ersatzspieler. Und ich will keine Märchen mehr hören von wegen angeblichen Personalmangels. Ja, richtig, die, die es betrifft, wissen ganz genau, worauf ich anspiele.
Das traurige Ergebnis solcher Inkompetenz ist immer das gleiche. Dekubiti, die man als Bettlägriger kaum los wird. Das Titelbild zeigt eine Druckstelle, die schon ganze acht Tage am Heilen ist und trotzdem noch immer am laufenden Band schmerzt.
Und das, obwohl ich dieses Mal richtig Glück hatte. Die Druckstelle war zwar groß, aber dafür nicht tief. Wenn ein Dekubitus auf geht, dann wird es erst richtig schwierig, den überhaupt jemals wieder vollständig los zu werden. Im Gegensatz beispielsweise zu Querschnittsgelähmten spüre ich allerdings alles. Fluch und Segen gleichermaßen, denn natürlich ist das, was du auf den folgenden Fotos meines einst so schönen und attraktiven Hintern siehst, schmerzhaft und nervtötend. Aber immerhin kann ich mich bemerkbar machen, wenn es Zeit zum Wenden dieses veganen Burgers (Achtung Spiel auf Wörter LOL) ist. Oder sagen wir besser, ich kann abwägen, was ich lieber in Kauf nehme: Schmerzen oder Anschiss vom Pfleger, weil die 90 Minuten noch nicht rum sind.








